Rückblick: Dialog Kontrovers Extra: "CORONA - Die Krise nach der Krise?"

"Dialog Kontrovers Extra" diskutierte zu den Folgen der Pandemie. Live-Stream aus dem TV-Studio der Hochschule Mittweida.

 

Welche mittel- und langfristigen Folgen wird die Corona-Pandemie haben: für unsere Demokratie, unsere Wirtschaft, unser Gemeinwesen und die Art und Weise, wie wir zusammenleben wollen? Das war die übergreifende Fragestellung des Dialog Kontrovers Extra, der am 2. Dezember 2020 aus dem Herbert-E.-Graus-TV-Studio der Hochschule Mittweida gestreamt wurde. Organisiert von der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und dem Institut für Kompetenz, Kommunikation & Sprachen der Hochschule Mittweida (IKKS) diskutierten vier Expertinnen und Experten unter der Überschrift: „Corona – Die Krise nach der Krise: Gesellschaftlicher Zusammenhalt oder Verteilungskämpfe nach der ersten Corona-Welle.“

Zugeschaltet waren Christine Enenkel, Leiterin der Landesvertretung der DAK Sachsen, Prof. Dr. Raj Kollmorgen, Professor für Management sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz und Prof. Dr. Berthold Vogel, Geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI). Im Studio war die MDR-Journalistin und Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes des Deutschen Journalisten-Verbands Ine Dippmann. Alexander Thamm moderierte die Diskussion.

Christine Enenkel

Leiterin der Landesvertretung DAK Sachsen

Prof. Dr. Raj Kollmorgen

Professor für Management sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz

Prof. Dr. Berthold Vogel

Geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen (SOFI)

Ine Dippmann

Rundfunkjournalistin MDR und Vorsitzende des Sächsischen Landesverbandes des Deutschen Journalisten-Verbands

Die Expertinnen und Experten stiegen mit der aktuellen Frage in die Diskussion ein, wie sich die aktuell gerade in Sachsen hohen Infektionszahlen und generell die starke zweite Welle erklären lassen. Prof. Kollmorgen verwies auf die niedrigen Fallzahlen im Frühjahr, die zu einer gewissen Sorglosigkeit und einer Laissez-Faire-Einstellung in der Bevölkerung geführt haben. Zudem seien der Erzgebirgskreis und auch die Regionen um Bautzen und Görlitz ländlich geprägt und wiesen eine höhere Zahl an Mitbürgern auf, die den staatlichen Maßnahmen eher skeptisch gegenüberstehen. Drittens – und dies unterstrich auch Christine Enenkel – würden viele Pendler aus Tschechien und Polen in diesen Gebieten und dort häufig auch im Gesundheitssystem arbeiten.

Die Diskussion schnitt dann zwei große Themenkomplexe an: zum Ersten, wie die Corona-Pandemie jedes Individuum persönlich und gesundheitlich, aber auch in Bezug auf Familie, Arbeit und das lokale Umfeld betrifft. Zum Zweiten bezog sich die Debatte auf die großen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Welche Folgen wird die Pandemie für Wirtschaft, Staat und Demokratie haben? Wie lässt sich die Krise zusammen mit den anderen gesellschaftlichen Herausforderungen, dem demografischen Wandel, der Klimakrise, der Energiewende und dem zunehmenden Auseinanderdriften unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen denken? Bietet sie an dieser Stelle nicht auch eine Chance für eine radikale Transformation des Gemeinwesens?

Etwa zweihundert Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die zweistündige Diskussion online und konnten per Chat ihre Fragen an die Runde stellen.